Kerzenleuchter Deutsche Moderne

Franz Willeke Kerzenleuchter

Eleganter vierflammiger Kerzenleuchter der deutschen Moderne / Neuen Sachlichkeit.
Gefertigt aus vier Kreissegmenten eines Messing -Vollstabes, der sich ähnlich einer Baumstruktur mit Wurzel, Baumstamm und Krone aufspannt. Diese Segmentstäbe sind einteilig gefertigt und laufen mittig optisch wieder zu einem Rundstab zusammen.
Schlicht-mondän und zeitlos.
Entworfen und gefertigt von Franz Willeke, Bielefeld frühe 1930er Jahre.
Vita zu Franz Willeke in der aufklappbaren Langbeschreibung

  • Höhe 24 cm
  • ø 27,5 cm
  • hochglanzpoliertes Messing
  • perfekter Erhaltungszustand
  • unterseitig mit FW Punze signiert

Preis €: 525,-

Franz Willeke, gebürtiger Paderborner und das zweitälteste von sieben Kindern legte 1929 seine Gesellenprüfung als Gürtlermeister bei der Firma Denkner in Paderborn ab. Diese fertigte überwiegend Kerzen -und Kronleuchter, Schalen und liturgische Gegenstände. Seine nächsten Ziele waren Aufenthalte und Erfahrungstätigkeiten in Berlin und Stuttgart in der Beleuchtungskörperindustrie, bevor er anschliessend in Köln an der Werkkunstschule unter Prof.Walter Maria Kersting weiteres Können erlernte. Prof. Walter Maria Kersting galt zu dieser Zeit schon als bedeutender industrieller Formgestalter mit großen und bekannten Auftraggebern.
Nach seinem Kölner Aufenthalt zog es ihn nach Bielefeld zur Werkkunstschule der Architekturklasse von Prof. Paul Griesser.
Griesser war ein bekannter Innenarchitekt mit vielen Kunden in der Industrie. Prof.Griesser erkannte auch schon früh das Können von Franz Willeke, so dass dieser ihm vorschlug sich selbständig zu machen-er könne ihm nichts mehr beibringen.
Für Auftragsarbeiten und die passenden Adressen würde er sorgen.
Und so eröffnete Franz Willeke am 01.03.1932 inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise seine erste Firma.
"Metallkunst Frank Willeke - Beleuchtungskörper" mit lediglich 268 Reichsmark Startkapital.
In Kleinstserien , oft nur in Stückzahlen von 6-8 Exemplaren entstanden so je nach Kundenauftrag Kronleuchter für Empfangshallen wie Banken, Kinosälen etc.
Ähnlich dem Bauhaus Motto- "Weniger ist Mehr" und "Form follows Function" hielt sich Willeke, der auch an den Arbeiten der Bauhäusler viel Gefallen fand, an den Spruch Goethes: "Das einfach Schöne soll der Kenner schätzen, Verziertes aber spricht der Menge zu". Diese Perfektion des scheinbar "Einfachen" ist hier wunderbar gelungen.
Ab 1962 unterstützte ihn dann sein Sohn Alfons bei der Umsetzung der Kundenwünsche.
Der hier angebotene Leuchter stammt noch aus den frühen 1930er Jahren, so auch die Auskunft seines Enkels.
Momentan wird das künstlerische Leben Franz Willekes in Bielefeld zudem museal erfasst, gesichtet und gespeichert.

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